Deutscher gewinnt WPT Bellagio Cup VI

Obwohl auch Deutschland inzwischen einige prominente Poker Pros zu bieten hat, dominieren deutsche Pokerspieler die Schlagzeilen der Szeneblogs nur selten. Auf internationalen Turnieren machen sie leider immer noch selten durch gewagtes Spiel und überraschende Siege auf sich aufmerksam.
Dies muss allerdings nicht so bleiben: Der Triumph von Moritz Kranich bei dem ersten Stop der diesjährigen World Poker Tour (WPT) in den USA zeigte, dass auch hierzulande echte Pokerstars geschaffen werden.

Moritz Kranich: Online Pro wechselt zu Live Turnieren

Moritz Kranich, ein 30-jähriger Hamburger, der mit seiner runden Brille eher aussieht wie ein erwachsen gewordener Harry Potter als ein gewiefter Poker Pro, spielt seit vier Jahren professionell Poker und hatte sich bis zum Vorjahr besonders als Online Spieler einen Namen gemacht. Doch seit einiger Zeit beweist er, dass er sein Talent auch bei Live-Turnieren auszunutzen weiß. Zunächst machte er den dritten Platz bei einem WCOOP Turnier von PokerStars, dann legte er bei der European Poker Tour (EPT) in Deauvile einen spektakulären Sieg hin, der ihm Ruhm und mehr als 850,000 Euro Gewinn einbrachte.

Sieg bei der WPT statt WSOP

Der neue Sieg bei der WPT – Kranich ist nun der erste Deutsche, der einen Titel bei der EPT und der WPT abgeräumt hat – kam überraschend: Moritz Kranich war eigentlich nach Las Vegas gekommen, um am Main Event der World Series of Poker (WSOP) teilzunehmen. Aus diesem Event schied er jedoch früh aus. Stattdessen leistete er sich dann das Buy-In von 10,000$, um beim Bellagio Cup VI, dem ersten amerikanischen Turnier der WPT 2010/2011, mitzuspielen. Dabei musste er sich gegen bekanntere Poker Pros wie Daniel Negreanu und Sandra Naujoks durchsetzen. Das gelang ihm mit einer Mischung aus aggressivem Spiel und feiner Nase für Bluffs gut, so dass er schließlich am Finaltisch mit Publikumsliebling Phil Ivey und Justin „Boosted J“ Smith saß. Für Ivey stellte das Spiel auch ohne Sieg einen Rekord dar, denn es war das neunte Mal, dass er an einem Finaltisch der WPT spielte. Ivey machte schließlich den dritten Platz, während Smith und Kranich sich den Showdown lieferten. Smith setzte vor dem Flop alles auf seine zwei Buben, während Kranich einen König und eine Zehn hatte. Der Turn bescherte Kranich einen weiteren König und besiegelte Smiths Schicksal, dem auch der River nicht mehr helfen konnte.
Moritz Kranich durfte 875.150$ mit nach Hause nehmen – und wir warten gespannt auf sein nächstes Turnier.