Betrug bei den Ostbayern Pokermasters

Sicherlich gehören die Ostbayern Pokermasters nicht zu den Pokerturnieren der Weltklasse. Die Menschen, die hier Poker spielen, sind keine Poker Pros, sondern Spielfreunde, die mit Enthusiasmus und Spaß dabei sind. Da muss schon einiges passieren, dass so ein Pokerturnier Schlagzeilen macht. Genau das ist jetzt bei den Ostbayern Pokermasters 2010 passiert: Der Gewinner, der am 2. Mai gekürt wurde, spielte nämlich unter falschem Namen.

Ostbayern Pokermasters: Pokerturnier mit Sachpreisen

Die Ostbayern Pokermasters, die in diesem Jahr zum vierten Mal in Regensburg abgehalten wurden, sind nicht die WSOP – aber sie gehören immerhin zu einem der größten Sachpreiseturniere in Deutschland. Mehr als 1200 Spieler können hier – mit einem Händchen für No Limit Texas Holdem - jedes Jahr Preise im Wert von 25.000 Euro abräumen. Der Hauptpreis 2010: Ein Vespa-Roller Retro. Nun wurde der Erfolg des in Bayern überaus beliebten Pokerturniers jedoch von einer unschönen Geschichte überschattet: Nachdem der Sieger, vermeintlich ein Herr namens Severin Kouba, gewonnen hatte und die Veranstalter ihm seinen Preis übergeben hatten, wurde sein Bild in der Lokalpresse veröffentlicht. Dort ging jedoch schnell der Hinweis ein, dass es sich bei dem Mann gar nicht um Severin Kouba handelte. Allerdings beruht diese Tatsache wohl nicht auf einem gemeinen Betrugsversuch – sondern auf einer gehörigen Portion Naivität. Der echte Severin Kouba hatte sich für das Pokerturnier qualifiziert und am ersten Spieltag auch daran teilgenommen. Dann wurde er jedoch überraschend an seine Ehrenamtsstelle beim Roten Kreuz berufen. Da er am ersten Spieltag aber schon eine ganze Menge von Chips gewonnen hatte, bat er einen Freund – Jonn Först – für ihn weiterzuspielen. Först gewann das Turnier. Beide bekannten sich sofort zu Ihrer Tat und beteuern, sich nicht über das Regelwerk und die Konsequenzen bewusst gewesen zu sein. Man glaubt es den beiden netten Burschen gerne. Die Frage ist jedoch, wie die Veranstalter mit der Sache umgehen werden. Dass Kouba (oder Först) die Vespa nicht behalten darf, ist klar. Die übrigen neun Finalisten werden den Sieg nun vermutlich neu ausspielen.