Poker ist bekanntlich immer noch eine Männerdomäne. Obwohl Frauen an den Pokertischen von Las Vegas bis Berlin keine Seltenheit mehr sind, gibt es eine relativ geringe Anzahl von weiblichen Poker Profis – und noch weniger, die große Pokerturniere gewonnen haben. Sandra Naujoks, auch als „Schwarze Mamba“ bekannt, gehört dazu. Und sie weiß, warum es für Frauen so schwierig beim Pokerspielen ist. Das hat nichts mit Talent zu tun, sondern mit dem Widerstand der Männer. „Erst belächeln sie dich, dann bekämpfen sie dich und erst am Ende respektieren sie dich“, erklärte sie in einem Interview.
Den Respekt hat sie sich verdient. Die 28-jährige Schönheit mit den stahlblauen Augen hatte eine Reihe von Berufen ausprobiert, bevor sie sich 2007 endlich dem Poker widmete. Das tat sie gut vorbereitet: Vor ihrem ersten Pokerspiel im Casino hatte sie ausgiebig Online-Poker trainiert, Fachliteratur durchgearbeitet und Wahrscheinlichkeitsrechnungen geübt. Es zahlte sich aus. In kürzester Zeit konnte Naujoks ihr Hobby in eine erfolgreiche Profikarriere als Pokerspieler umwandeln. Die Berlinerin, die hauptsächlich No Limit Hold‘em Turniere spielt, gewann als erste Frau die GIGA Pokernight, nahm erfolgreich am Big Sunday teil und wurde schon nach wenigen Monaten als Poker Pro von Full Tilt Poker unter Vertrag genommen. Das bisherige Karriere-Highlight: 2008 gewann die „Schwarze Mamba“ das Main Event der Casinos Austria Poker Tour – die Europäische Pokermeisterschaft. Vorher war es erst einer anderen Frau gelungen, einen Titel der European Poker Tour zu gewinnen. Es ist also keine Überraschung, dass sie 2008 die Auszeichnung „Europe’s Leading Lady“ der European Poker Awards erhielt.
Inzwischen kann Sandra Naujoks von ihrem Traumjob als Pokerspieler gut leben. Aber am Ziel ist sie noch lange nicht. Poker ist weiterhin eine aufregende Herausforderung, die sie mit Leidenschaft betreibt. Und zwar nicht wegen des Geldes – sie beteuert, dass es ihr beim Pokerspielen in erster Linie um die Challenge geht. Eine Menge Ehrgeiz hat sie jedenfalls: Ein Bracelet bei der World Series of Poker müsse es schon sein, bevor sie aufgibt. Aber aufgeben braucht sie noch lange nicht. Ihre Karriere steht noch ganz am Anfang. Doch schon jetzt nutzt sie ihre Prominenz und ihre Gewinne, um Gutes zu tun. Sie engagiert sich für Kinder in Kambodscha und Namibia. Ihr großes Ziel: Eine eigene Spendenorganisation, an die Poker Pros aus aller Welt einen Teil ihrer Gewinne abgeben.