Als “Poker Tells” bezeichnet man Anzeichen der Gegenspieler, die Aufschluss über ihre Karten geben können. Ein guter Pokerspieler beobachtet die Mitspieler genau und versucht aufgrund der Körpersprache und des Verhaltens der Gegner, zu erkennen, ob sie bluffen, ein gutes Blatt haben oder nah daran sind aufzugeben.
Bei den Poker Tells wird im Wesentlichen zwischen zwei Kategorien unterschieden: Es gibt unbewusste Tells, mit denen ein Gegner gegen seinen Willen seine Nervosität oder seine Selbstsicherheit verrät. Geschauspielerte Tells hingegen treten auf, wenn ein Spieler sein Verhalten mutwillig übertreibt, um zu bluffen.
Die häufigsten Poker Tells
Poker Pros sind meist geschult darin, die unbewussten Tells weitestgehend auszuschalten. Bei Anfängern gibt unbewusstes Verhalten jedoch oftmals Aufschluss über ihr Innenleben. Wer etwa den Mund mit der Hand verdeckt, will häufig ein Lächeln kaschieren und hat meist ein gutes Blatt. Ein Spieler, der nach dem Flop schnell auf seine Chips schaut, hat ebenfalls meist ein gutes Blatt. Auch ein Pokerspieler, der beim Dealer nachfragt, ob er dran ist, wie hoch der Einsatz ist und ähnliches, hat wahrscheinlich gute Karten und will sichergehen, dass er alles richtig macht. Zitternde Hände weisen auf Nervosität hin – es ist allerdings nicht gesagt, ob der Spieler nervös ist, weil er ein gutes oder ein schlechtes Blatt hat. Deswegen gilt für alle Tells: Sie zu erkennen nützt in erster Linie dann, wenn man seine Gegner kennt. Jeder Mensch verrät einen Teil seiner Seelenlage durch unbewusste Körpersprache – aber jeder Mensch tut es anders. Deswegen muss man seine Gegner lange beobachten und mehrere Spiele lang abwarten, bis man ein Muster in ihrem Verhalten erkennt.
Das gilt auch für Tells, die ein Gegner absichtlich aussendet, um stark zu wirken, wenn er schwach ist, und andersherum. Je öfter man mit jemandem spielt, desto eher wird man ein solches Verhalten erkennen.
Die Grenzen der Poker Tells
Einen Bluff zu erkennen ist ein wichtiges Element von Poker, aber man sollte diese Fähigkeit auch nicht überbewerten. Nicht alle Konzentration sollte bei dem Versuch draufgehen, zu erkennen, ob das Schnalzen oder Mit-den-Fingern-trommeln des Gegners etwas zu bedeuten hat. Es darf nicht vergessen werden, dass es wichtiger ist, einen Überblick über die Einsätze der Mitspieler zu behalten. Denn die Höhe der Einsätze und die Wettmuster der Gegner geben meist zuverlässiger Aufschluss über das Blatt der Gegner als jegliche Körpersprache. Ein weiterer Vorteil dieser Technik: Sie ist auch beim Online Poker einsetzbar!