WSOP - Entstehung der World Series of Poker

Im Jahr 1969 trafen sich die besten Pokerspieler dieser Zeit in Reno, Las Vegas, zu einem Pokerturnier, der Texas Gamblers Convention. Es wurde jedoch kein Turnier im Sinne eines Freezouts gespielt, sondern Cash Games in allen Varianten. Nach einer Woche intensiven Spiels, wurde Crandall Addington zum Sieger gewählt. Ben Binion und sein Sohn Jack, erkannten das grosse Potential dieser Veranstaltung und sicherten sich die Rechte daran. Den Namen änderten sie von Texas Gamblers Convention in World Series of Poker.

Auftakt der WSOP

Im folgenden Jahr,1970, fanden dann die ersten World Series of Poker (WSOP) statt. Mit 38 Teilnehmern, ein noch bescheidenes Event. Gespielt wurde im Binian`s Horsehoe in Las Vegas. Wie auch im Jahr zuvor wurden verschiedene Variationen im Cash Game Format gespielt und nach 1 ½ Wochen wurde ein Sieger gewählt. Wie genau der Sieger gewählt wurde, ist in verschiedenen Varianten überliefert, zum Schluss gewann jedoch Jonny Moss. Er ist der erste offizielle WSOP Gewinner.

Die World Series of Poker wird verfeinert

1971 gab es bereits einige Änderungen, die WSOP starteten im Freeze-out Modus, fünf Turniere wurden angesetzt,mit dem Finalen Höhepunkt dem Main Event. Bedingt durch den hohen Buy-In von 5000$, nahmen nur sechs Teilnehmer am Main Event teil. Das Preisgeld in der Höhe von 30.000$ gewann wie im Jahr zuvor Jonny Moss. Um den Event attraktiver zu gestalten, legte Ben Binion im darauffolgenden Jahr 5000$ pro Spieler zusätzlich in den Pot. Acht Teilnehmer wollten das Preisgeld, doch Thomas “Amarillo Slim” Preston wurde Weltmeister. Als Side Event gab es zum ersten Mal ein Five Card Stud Turnier,welches Billy Boyd gewann. 1973 lockten bereits sieben Side Events und der Buy-In betrug 10.000$. 13 Teilnehmer liessen sich nicht von dem hohen Buy-In abschrecken und spielten mit. Walter „Puppy“ Pearson war der grosse Gewinner, neben dem Main Event gewann er auch zwei Side Events. Zum ersten Mal waren 1973 auch Fernsehkameras mit dabei, dokumentierten die Geschehnisse am Pokertisch und interviewte die Spieler.

Einführung der WSOP Bracelets

Seit 1974 gibt es neben dem Preisgeld auch die berühmten Bracelets zu gewinnen. Die goldenen Armbänder sind heiss begehrt und ein Statussymbol in der Pokerszene. 1974 gewann Billy Boyd zum fünften Mal in Folge das Seven Card Stud Side Event und hätte seine Erfolgsreise wohl auch fortgeführt, wäre der Event 1975 nicht gestrichen worden.

Die ersten Rebuy Events der WSOP

Der erste Rebuy-Event (2-7 Draw) der WSOP wurde 1976 gespielt. Die WSOP vergrösserten sich laufend und somit konnte man 1977 bereits an 12 Side Events spielen. Doyle Bronson war wie im vergangenen Jahr,der Gewinner des Main Events. Speziell war, dass in diesem Jahr das erste mal ein Women`s Seven Card Stud Turnier durchgeführt wurde. Der Event war als Beschäftigung für die Begleiterinnen der „richtigen“ Spieler geplant, erfreute sich aber grosser Beliebtheit und wurde fortan jedes Jahr ausgetragen. Jackie McDaniels gewann den Ladies Event und erhielt 5.580$ Preisgeld.

WSOP im TV

1979 schafften die WSOP dann den grossen Durchbruch. CBS, ein Fernsehsender berichtete nun regelmässig über den Main Event, die Teilnehmerzahl wuchs auf über 50 und somit stieg auch der Preispool an, über ½ Millionen $ waren zu gewinnen. Hal Fowler gewann als erster Amateurspieler diesen Main Event und sicherte sich 270.000$. 1980 gewann der 26 jährige Stu Ungarn und ging als jüngster WSOP Main Event Gewinner in die Geschichte ein, seinen Titel verteidigte er 1981 erfolgreich.

Ein legendäres Spiel

Legendär ist das Spiel von 1982. Jack Strauss hatte bereits all seine Chips verspielt, als im doch noch ein Chip in die Hände fiel. Er startete mit diesem einen Chip die legendärste Aufholjagd aller Zeiten und gewann zu guter letzt das Main Event!

WSOP jetzt mit Omaha Hi

Omaha wurde als Spielvariante Anfang der 80-er in Las Vegas populär und wurde 1983 zum ersten mal an den WSOP angeboten. Um den Zulauf zu den WSOP noch zu steigern fanden 1983 auch die ersten Satellites statt. 1987 und 1988 gewann Johnny Chan der „Orient Express“ Die WSOP. 1989 schien ihm der dritte Sieg in Folge schon fast sicher doch Unterlag er am Schluss dem Aufstrebenden Phil Hellmuth jr. Dieser knackte mit seinen 24 Jahren den bisherigen Altersrekord von Ungarn und wurde offiziell der jüngste WSOP Gewinner.

Stu Ungar, eine WSOP Legende

1990 trat Stu Ungar erneut ins Rampenlicht der WSOP. Beim Main Event verpasste der von Drogenkonsum gezeichnete Ungar, aufgrund eines Zusammenbruchs, die Chance auf den Titel und verblieb bloss auf dem 9. Platz. 1991 garantierte Jack Binion zum ersten mal in der Geschichte der WSOP ein Preisgeld von 1 Million$ für den Main Event Gewinner.Brad Daughtery gewann die Million. Die Beliebtheit der WSOP stieg in den folgenden Jahren weiter an. 1997 verzeichneten sie dann eine Teilnehmerzahl am Main Event von 300 Spielern. Billy Baxter überredete seinen Freud Stu Ungarn zur Teilnahme und sponserte im den Buy-In. Diesmal lief es für Stu besser als 1990 und er gewann zum dritten Mal den Weltmeistertitel. Kurz vor dem Millennium kam dann der Durchbruch der Holecam, die Zuschauer waren nicht mehr vom Spiel ausgeschlossen sondern konnten genau mitverfolgen wer welche Karten hielt. Mit über 500 Spielern startete der Main Event 2000,Chris „Jesus“ Ferguson war in diesem Jahr der glückliche Gewinner.

WSOP macht Millionäre und gute Einschaltquoten

Pokerturniere und die Übertragungen im TV, nahm in den folgenden Jahren kontinuierlich zu. Die Beliebtheit dieser Events war nicht zu übersehen und so fanden sie auch den Weg ins Internet. Robert Varkonyi gewann 2002 die WSOP und die Rekorsumme von 2.000.000$. 2003 wurde mit Chris Moneymaker die Legende vom Tellerwäscher zum Millionär aktuell. Chris qualifizierte sich durch ein Satellite für den Main Event der WSOP, liess 838 Spieler hinter sich und gewann! Dieser Moneymaker Effekt sorgte im folgenden Jahr für eine Teilnehmerzahl von über 2500. Greg Raymer gewann die 5.000.000$ Preisgeld. 2005 übernahen Harrah`s Entertainment die Rechte an den WSOP und siedelten diese fast komplett ins Rio Hotel & Casino um. Nur die beiden letzten Tage wurden noch im Binion`s gespielt. Mit über 5600 Spielern war der Main Event 2005 erneut ein Rekordjahr, der Australier Joe Hachem sicherte sich mit dem Sieg ganze 7.5 Millionen $!

Neuer Austragungsort der WSOP

Seit 2006 werden die WSOP nun im Rio ausgetragen, mit 8773 Teilnehmern verzeichnete man in diesem Jahr den Höchststand für ein Casino Turnier. Durch die hohe Teilnehmerzahl wuchs auch der Pot gewaltig an, Jamie Gold gewann stolze 12.000.000$. Auch negative Schlagzeilen um die WSOP machten die Runde. So wurden Stimmen laut, dass die Karten gut zu fälschen seien und bei einem Turnier waren plötzlich zu viele Chips im Umlauf. Betrug eines einzelnen Spielers konnte jedoch nie nachgewiesen werden. Die Veranstalter sorgten dafür, Licht in die ganze Angelegenheit zu bringen und verschärften ihre Kontrollen und Sicherheitsstandards.

Einbruch durch US Lizensierung

2006 wurde die Unlawful Internet Entertainment Act (UIEA) verabschiedet, das Internet Pokerspiel ist seitdem in den USA verboten. Die ganze Internet Pokerindustrie wurde dadurch in eine Krise gestürzt. Auch die WSOP litt unter dem Wandel, da das Internet ihnen einen grossen Zulauf brachte. Doch die Krise währte nicht lange und die WSOP kann sich nicht über zu wenig Interessenten beklagen.

WSOP 2008, ein Event das in Erinnerung bleibt

2008 wurde ein Event der Extraklasse, dass Finale findet seit diesem Jahr verzögert zum Hauptevent erst im November statt. Peter Eastgate wurde 2008 mit seinen 23 Jahren zum jüngsten Gewinner der WSOP,doch schon im folgendenjahr,2009 wurde sein Rekord von Joseph Cada unterboten. Der 21 jährige ist seit diesem November stolzer Weltmeister und Braceletträger.